Hans-Dieter Hafels, Claudia Rieder, Oliver Abeling

An einem Samstagabend im August sitzt Hans-Dieter Hafels (Foto rechts) in seiner Wohnung in Kempten im Allgäu, als er laute Schreie hört. Hafels öffnet das Fenster, merkt dann aber, dass die Rufe aus dem Keller des Mehrfamilienhauses kommen, in dem er lebt.  Der 55-Jährige zögert nicht und läuft nach unten, um zu schauen, ob er helfen kann.

Es bietet sich ein schreckliches Bild: ein Mann schlägt „wie ein Berserker“ –so Hafels- auf eine Frau ein, dabei benutzt er auch eine Eisenstange. Die Frau, eine 45-jährige Nachbarin, ist schwer verletzt, „von den Zehen bis zu den Haarspitzen voller Blut“. Hans-Dieter Hafels fackelt nicht lange, geht dazwischen und rettet der Frau vermutlich das Leben. Dabei bekommt er Hilfe von zwei Nachbarn: Claudia Rieder und Oliver Abeling (Foto links), die ebenfalls in dem Haus wohnen und von den Schreien alarmiert wurden. Sie unterstützen Hafels, setzen einen Notruf ab und kümmern sich um die verletzte 45-Jährige. Hafels hält den Angreifer, den früheren Lebensgefährten der Frau, bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Die ermittelnde Polizeiinspektion Kempten stellte später fest, dass der Vorfall vermutlich noch dramatischer geendet hätte, wenn die drei Nachbarn sich nicht zusammengetan und konsequent gehandelt hätten. Die Helfer wurden bereits von der Polizei bei einer kleinen Feierstunde geehrt. Dabei würdigte der zuständige Ermittlungsgruppenleiter Andreas Buchmiller „das geistesgegenwärtige und selbstlose Engagement“ der drei Nachbarn.

 

Fotos: Polizei Schwaben Süd/West (2) / Privat