Burak Furtner

Burak Furtner hat sensible Antennen und ein gutes Gespür für Menschen, die Hilfe benötigen. Wenn
er spürt, dass er gebraucht wird, handelt er sofort. So wurde er als Taxifahrer zum Helden und konnte
eine geplante Vergewaltigung verhindern.

Im Sommer 2024 stand er mit seinem Taxi in Straubing in der Nähe von zwei Diskotheken und wartete
auf seine letzten Fahrgäste, danach wollte er Feierabend machen. Da tauchte ein seltsames Pärchen
auf. Der Mann, sehr entschlossen, setzte seine angebliche Freundin hinten ins Taxi und sprach über
den Fahrpreis. Die junge Frau aber, sichtlich benommen, stieg aus und lief zu ihrer Freundin zurück.
Offensichtlich sollte die Freundin mitkommen. Doch das lehnte der Mann ab und setzte sie wieder ins
Taxi. Burak Furtner machte seinen Job, fuhr zum angegebenen Ort, beobachtete das Pärchen aber
immer wieder im Rückspiegel.

„Ich habe sofort gemerkt, da stimmt etwas nicht. Er hat sie geküsst und umarmt, aber sie hat es nicht
erwidert und wirkte sehr eingeschüchtert.“ Als das Taxi am Zielort ankommt, bezahlt der Mann und
fordert seine Mitfahrerin auf, auszusteigen. Doch diese beugt sich vor zum Taxifahrer und flüstert:
„Sag meiner Freundin, wo ich bin.“ Burak Furtner erwidert, er wisse nicht wer ihre Freundin sei und
habe keine Nummer. Das junge Mädchen steigt aus, das angebliche Pärchen geht ins Haus. Doch
Burak Furtner fährt nicht nach Hause. Er wartet ab, wo im Haus das Licht angeht. Er steigt aus, schaut
auf die Klingelschilder und realisiert, das ist eine Unterkunft für Montagearbeiter. Als er wieder ins
Taxi steigt überlegt er, wie die junge Frau sich verhalten hat, und googelt nach Symptomen nach K.O.-
Tropfen. Er ahnt, hier geht es etwas nicht mit rechten Dingen zu und will helfen. Dann ruft er die
Polizei.

Den Einsatzkräften schildert er vor Ort was vorgefallen ist und zeigt ihnen die Wohnung. Dann darf er
nach Hause fahren. Als er dort ankommt, wird er direkt von der Polizei informiert, dass seine
Vermutung richtig war. In der Wohnung des Täters konnten die Beamten den Täter gerade noch von
der Vergewaltigung des Opfers abhalten. Einige Wochen später erhält Burak Furtner einen
Dankesanruf der Mutter der jungen Frau. „Niemand sollte wegschauen, wir Menschen müssen auf
Menschen schauen, das ist nicht nur Aufgabe der Polizei“, betont er und freut sich, dass er im
richtigen Zeitpunkt am rechten Ort war und helfen konnte.

Sein gutes Gespür für die gefährliche Situation, sein schneller Hinweis bei der Polizei und seine
Aussage konnten einem Wiederholungstäter das Handwerk legen. Wir sagen, das ist ein sehr gutes
Beispiel für couragiertes Handeln zum Schutz von Opfern. Ein echtes Vorbild für Zivilcourage.