Franziska Lechner

Deeskalieren und aufkommende Krisen meistern – das alles kennt Franziska Lechner aus in ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Sozialarbeiterin sagt von sich selbst, dass Sie versucht zu helfen, wenn sie sieht, dass jemand Hilfe benötigt. Ihr schnelles zivilcouragiertes Eingreifen rettete im Oktober 2022 einem Menschen das Leben.

Als Franziska Lechner nachts mit der U-Bahn heimfährt, sieht sie bei der Einfahrt in ihre Station zwei Männer im Gerangel. Das Opfer liegt bereits am Boden und überall ist viel Blut zu sehen. Der Täter schlägt und tritt weiter auf das Opfer ein. Die heute 31-jährige handelt sofort, als sich die U-Bahn Türen öffnen und stürmt mit weiteren Fahrgästen auf die beiden los.  Sie ruft mehrmals laut: „Aufhören! Sofort aufhören!“ Sie nimmt wahr, der Mann ist intoxikiert und bewegt sich verlangsamt. Der Täter kommt ihr entgegen, sie läuft rückwärts, den Täter im Blick.

Zwei weitere Helfer sind vor Ort, es wird ein Notruf abgesetzt und die Polizei informiert. Angst habe sie nicht gehabt, sondern sie habe einfach in den „Funktionsmodus“ geschalten. Weil ihr bewusst war, dass sich eine der beiden streitenden Parteien nicht mehr wehren konnte, habe sie sofort geholfen. Dass es in diesem Moment für das Opfer bereits um Leben und Tod ging, war ihr zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

Ihr sofortiges Eingreifen, das gemeinschaftlich Handeln mit den weiteren couragierten Helfern vor Ort und ihr furchtloser Einsatz haben dem schwer am Kopf verletzten Opfer das Leben gerettet. Wir sagen: Dieses besonders entschlossene Handeln und das mutige Eingreifen verdienen höchste Wertschätzung. Ein wirklich außergewöhnliches Beispiel für gelebte Zivilcourage.